Zum Bericht „Fasnachtsbilanz“ in der „Luzerner Zeitung“ vom 6. März 2025.
Die Bilanz: Rund 280 Personen kontrolliert, 28 Personen weggewiesen, 13 Personen festgenommen, vier verletzte Polizisten. Ginge es bei diesen Zahlen nicht um die Fasnacht, sondern um Fussballspiele, Luzern stünde Kopf: Parteien würden Initiativen gegen Fasnachts-Gewalt lancieren, Politikerinnen würden personalisierte Fasnachts-Tickets fordern und Journalisten und Leserbriefschreiber eine Sperrung des Sektors Unter der Egg («Kaskadenmodell» genannt), bis die «Täter» von den anderen Fasnächtlern gefasst und verpfiffen würden.
Leider ist es tatsächlich so absurd, wie es tönt und trotzdem gibt es viele die glauben, das wären sinnvolle Massnahmen. Fussballmatch-Besucher sind verglichen mit den Fasnächtlern offenbar einfach Menschen zweiter Klasse – anders lässt sich diese Doppelmoral und Ungleichbehandlung nicht begründen.
Markus Estermann, Fasnächtler und FCL-Anhänger, Hildisrieden
(Publiziert in der Luzerner Zeitung vom 8. März 2025)
Argumente und Antworten zum Thema Fan-Gewalt finden sich auch in meinem Argumentarium.
Bzgl. Zeitdauer und Besucherzahl (ergänzt 10. März):
- Pro Jahr verzeichnet der FCL rund 200‘000 Eintritte. Selbst wenn man mehrere Jahre zusammenrechnet, kommt man nicht auf die Anzahl kontrollierte, weggewiesene oder festgenommene Personen wie jährlich an der Fasnacht.
- Auch wenn die Fasnachts-Bilanz z.B. „pro Tag“ oder „pro 10’000 Personen“ aufgeteilt würde, sähe sie düster aus: Vier Verletzte Polizisten, während rund 30‘000-40‘000 Personen vor Ort sind. Das wäre im Verhältnis also 1 verletzter Polizist pro FCL-Spiel mit 10‘000 Fans. Der Aufschrei wäre (verständlicherweise) riesig.
- Entweder gibt man zu, dass die Grösse eines Anlasses einen Einfluss auf die Polizeibilanz hat und es ergo keine Null-Risiko-Anlässe gibt (auch FCL-Spiele nicht). Oder man sagt, die Anlass-Grösse ob Dorffest, Fussballspiel oder Fasnacht ist egal, es zählt einzig die Bilanz (dann auch Nulltoleranz gegenüber der Fasnacht).
- Eigentlich sind diese Zahlenspiele egal. Denn in allen Fällen sollen gleiche Massstäbe gelten. Unterschiedliche Massstäbe anwenden, ist unredlich. Und nur darum geht es.
